Blues-Louis für Klaus Kilian

Den Lahnsteiner Bluespreis, der Blues-Louis, erhielt im Jahr 2016 Klaus Kilian.

"Mojo heißt der Glücksbringer"

Die Geschichte beginnt in grauer Vorzeit, als die Erde noch eine Scheibe ist - also so um 1993. Da ruft Michael Stoll, bewährter Talent-Scout aus Lahnstein, Redakteur der Rhein-Zeitung, bei uns im SWF an: Es gibt hier eine junge Schülerin mit einer Wahnsinnsstimme, Giorgina Kazungu, aus der kann einmal eine klasse Bluessängerin werden! Das unterschreiben wir sofort, als wir die 15-Jährige vor Ort gehört haben.

Nur wer erzählt ihr was vom Blues - wenn nicht er: Klaus Kilian. Der Kontakt ist schnell hergestellt, bei der ersten Live-Probe singt Giorgina die verabredeten Songs schon fast perfekt, die Klaus ihr per Tonträger übermittelt hatte.

Am 29. Oktober 1994 Premiere in der Stadthalle Lahnstein, beim 14. SWF Bluesfestival treten sie erstmals gemeinsam öffentlich auf: Kilians Matchbox Bluesband und die 16-jährige Giorgina Kazungu. Nach dem Fest feiert Michael Rieth sie in der Frankfurter Rundschau als "die Bluesentdeckung des Jahres". Das war der Beginn einer wunderschönen Partnerschaft, für Lahnstein ebenso wie für den SWF/SWR in Mainz.

Drei große Blues-Projekte hat Klaus Kilian für den Sender produziert:

1) From Roots To Rock - Die Geschichte des Blues, mitgeschnitten im Westerwald (Hachenburg) und im Hunsrück (Bell), 1995
2) Die Rhythm & Blues Show Sauer macht lustig - SWF4 im Kultursommer (with a lot of little help from his friend Manfred Miller), 1996
3) Jailhouse Rock - eine Blues-Revue zwischen Knast und Crime (Sprecher u.a. Karl-Rudolf Menke und Jaques Berndorf), 2002

Die Sängerin in den drei Projekten hieß: Giorgina Kazungu. Heute heißt sie Giorgina Kazungu-Haß, lebt als vierfache Mutter, Lehrerin und Landtagsabgeordnete in Haßloch. Den Blues hat die Laudatorin nicht verlernt.

"Kaum jemand bei uns verbindet sein Wissen und seine musikalische Praxis so schön miteinander wie Klaus Mojo Kilian aus Frankfurt", so begründet unsere Blues-Projektgruppe im Verein Lahnsteiner Musikszene die Auszeichnung des Frankfurter Musikers und Autors Klaus Mojo Kilian: "Er kennt die gesamte Geschichte des Blues, seine Sprache, seine Poesie, seinen Witz. All das bringt Kilian als Sänger, Gitarrist und besonders als Harmonika-Meister glaubwürdig zum Ausdruck: erdig und saftig.

Weil dieser traditionelle Blues-Künstler und Blues-Kenner außerdem ein sympathischer und witziger Moderator ist, werden seine Konzerte zu einem emotionalen und intellektuellen Vergnügen. Anders gesagt, mit den Worten des Publizisten Manfred Miller: Klaus Kilian ist ein Brückenbauer."


Im Sport könnte man ihn einen Mehrkämpfer nennen. Denn der vielseitige Musiker und Autor Klaus Mojo Kilian ist mannigfaltig aktiv: als Harmonikaspieler, Sänger, Gitarrist, Komponist, als Verfasser von Artikeln und Linernotes, Plattenrezensent, Herausgeber von CD-Sammlungen und Workshopleiter. Auch als Lektor, z.B. beim Fachmagazin bluesnews. Und als Übersetzer.

Das - Übersetzer - hat er studiert, das ist sein Brot- und Butter-Job (für eine Werbeagentur überträgt er amerikanische Texte ins Deutsche). Inzwischen arbeitet er in seinem Homeoffice, in seiner Frankfurter Privatwohnung. Wenn man ihn dort anruft und mal nicht erreicht, wird man statt mit einem AB-Spruch von seiner Mundharmonika begrüßt, die wird in Blueskreisen auch harp genannt (also Harfe) oder auch Mississippi Saxophone.

Mit der Harp hat sich Klaus Mojo Kilian in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten einen Namen gemacht, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Von vorn, O-Ton:

"Ich bin 'n rischtischer Frankfurter Bub, geboren 1960, ganz normaler Schulablauf, ohne musikalisch auffällig zu werden. Mit 15 im Südwestfunk Frank Laufenberg mit seiner Rock 'n' Roll Sendung gehört, das hat mir gut gefallen. Daraufhin über Chuck Berry und Bill Haley und Elvis langsam zurück zum Blues gekommen. Dann die Sendung Bluestime von Manfred Miller gehört, ebenfalls im Südwestfunk, viel gelernt, viele Musiker akustisch kennen gelernt. Dann mit 16 Schüleraustausch in Amerika, richtig Englisch gelernt - was für meine spätere berufliche Laufbahn wie auch für meine Karriere als Sänger nicht ganz unwesentlich war."

Mit seinen eigenen Bands hat er bislang 10 (z.T. preisgekrönte) Alben veröffentlicht: 7 mit der 1982 gegründeten Matchbox Bluesband, 3 mit den Down Home Percolators, seiner kleineren Formation. In beiden Gruppen spielt er zusammen mit dem Gitarristen Bernd Simon aus Idar-Oberstein - das nun auch schon seit 25 Jahren.

Auf Platten und Plakaten, in seinen Konzerten, Vorträgen und Artikeln heißt er schon längst nicht nur Klaus Kilian, sondern Klaus Mojo Kilian. Mojo?

"Da gab's mal die Songs Mojo Boogie von J.B. Lenoir, Mojo Hand von Lightnin' Hopkins und Got My Mojo Working von Muddy Waters, das wurde dann zu meinem Spitznamen. An sich ist Mojo in Amerika einfach eine Bezeichnung für einen Glücksbringer. Mir hat der Name Glück gebracht, das kann ich sagen."

(Text: Tom Schroeder)

 


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